News: Schriftzug: "Die ganze Welt bescheisst - lass uns doch ehrlich sein" auf einer Straßenwand mit den Schatten der Moderatoren

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Die Stuttagrter Röhre ist für den Dendemeier eine gern besuchte Tourhalle. Kein Wunder also, dass er im Rahmen der “Vom Vintage verweht”-Tour hier wieder halt machte – so lud er am 6.5.2010 in diese übersichtliche “Halle” ein um auch mit den Stuttgartern zu rocken. Die neue Platte gab dazu die musikalische Richtung des Abends vor…

Das die “Reibeisenstimme” auch schon einige Jahre auf den HipHop-Bühnen unterwegs ist, konnte man auch an den geschätzten 500 Eintrittszahlern sehen. Ohne typische Blender zog das bunt gemischte Publikum am roten Nightliner vorbei in die Röhre. Das es heute äußerst kuschlig werden würde, merkte man daran, dass die kleine Garderobe bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn keine Jacken mehr entgegen nehmen konnte.

Aber kuschlig sollte es nicht bleiben, als Dende dann mit “Nesthocker” und seinem “Stumpf ist Trumpf”-Outfit auf die Bühne kam. Alles stapelte sich im eigentlichen Konzertsaal und es war kaum Platz mal die Hand zu heben. Zum Glück gab es auch wenig, um die Hände in die Luft zu werfen. Die Hoffnung, dass sich dieser nervige, rockige Sound auf Platte live besser abgeht war da, aber nicht lange…

Die Röhre ist jetzt keine Akkustik-Bombe, aber etwas weiter hinten hörte sich alles sehr blechern an. Keine Ahnung, ob es am Soundsystem lag oder einfach an dem ungewöhnlichen Rocksound. Zum Glück waren auch Klassiker im Gepäck wie “Danke gut” oder “Endlich Nichtschwimmer”, die hatte man ja auch so im Ohr. Denoch, die alten Tracks im neuen Musikgewand, sehr gewöhnungsbedürftig. Viele haben in der Röhre darauf gefeiert, warum war vielen andern aber nicht klar 😉 Selten, dass man sowas sagt, aber auf Platte kommen die Dinger einfach besser als live an diesem Donnerstag in der Röhre.

Von der aktuellen Platte kamen alle Lieder an den Start und erstaunlich viele Leute waren schon derb textsicher, dafür, dass die CD erst seit einer Woche im Laden stand… natürlich, wie gesagt, durften auch eine Menge Klassiker mit ins Set. Für diese lieferte oft nur der DJ die Sampelebeats, der mit der Band zusammen auf der Bühne war.

Die Band selbst war einfach eine Rockband. Das merkte man deutlich, als der Wahlhamburger die Band einzeln vorstellte. Den Vogel abgeschossen hat dabei der E-Gitarrist, der Marty McFly aus “Zurück in die Zukunft” echte Konkurrenz machte 😉 Die Solis hatten aber durchweg mit HipHop nichts zu tun.

Während des Konzerts selber war reger Verkehr nach vorne und wieder zurück. Viele kämpften sich vor um im schmalen Schlauch der Röhre Dendemann überhaupt mal zu sehen. Andere gaben auf, weil es vorne noch enger war als sonst sowieso schon. Manche verließen den Saal auch ganz, um mal durchzuatmen. Den frei werdenden Platz nutzten andere um an die Bar zu kommen… Die Röhre war völlig overbooked, no doubt, da waren die Dollarzeichen im Auge des Veranstalters größer als der vorhandene Platz.

Sicherlich auch deshalb verließen schon einige das Konzert noch vor der Zugabe. Sie verpassten so aber den “Tourbus” Song. Damit hatte Dende wieder einiges gut gemacht. Smoother Track, der gegen die ganzen Groupies geht und nur auf Konzerten gespielt wird. Zum Abschluß gab es dann noch “Die Welt aus Papier” zum runterkommen.

Fazit: Aber wo runterkommen, wenn man nie oben war. Keine Frage, in der Welt aus Papier ist Dende der Gott. Aber soundtechnisch braucht er einfach jemand, der ihm ein paar schicke Beats bastelt oder ein paar sampels unterlegt… eine Band zu haben ist sicher schick heutzutage, aber manchmal ist ein DJ doch die bessere Variante 😉

Für uns lag es sicherlich auch am Sound und dem üblen Gedränge, dass der Funke nicht  wirklich auf uns übersprang. Aber heute schien es auch als wartete das D nur auf das große Ende, Mann. Kaum auf die Leute in der Crowd eingegangen, eher die Songs durchbringen schien wichtig. Dann aber doch knapp 2 Stunden gespielt… Für uns irgendwie ein stranges Konzert.

Andere sahen das ganz anders. Es gab viele Meinungen, exemplarisch mal die zwei aus Dendes Gästebuch:

“So schlecht wie nie
der auftritt in Stg. am 6.5.01 war der schlechteste den ich je von ihm gesehen hab ….und ich war bei seinen ersten 1ns 2wo auftritten dabei…Schäm dich mal den leuten sooo ne miese show zu bieten für das geld was deine karten kosten!
T$”

“Derbste
Danke Dende, für die GUTE MUSIK!! Bist einfach mal der Derbste. Live noch besser
KatmanScoop”

Eigentlich schätzen wir Dende sehr, um so härter ist es solch ein Review zu schreiben, aber unserer Meinung nach liegt T$ schon eher an der Wahrheit als KatmanScoop…

Randnotiz: Weltklasse, dass am Eingang Fotos bis zum Kontzertende eingesackt wurde. Deshalb haben wir auch nur Fotos vor und nach dem Konzert unter “fab on tour” online. Für uns unsinnig, wenn jedes Handy eine 5MP Kamara intus hat.

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